Was ist ein Osteosarkom?
Osteosarkome sind seltene, bösartige Knochentumoren. Sie gehören zu den primären Knochentumoren, da sie sich direkt aus im Knochen vorkommenden Zellen entwickeln. Die Tumorzellen bilden in unkontrollierter Weise Knochengrundsubstanz. Gesundes Knochengewebe wird vom Tumor zerstört (Osteolyse).
Verschiedene Zellarten können in der bösartigen Geschwulst vermehrt vorliegen: knochenbildende Zellen (Osteoblasten), knorpelbildende Zellen (Chondroblasten) oder spindelförmige Stützgewebszellen (Fibroblasten). In 80 bis 90 Prozent der Fälle liegen sogenannte konventionelle Osteosarkome vor. Sie lassen sich entsprechend der betroffenen Zellart (siehe oben) in chondroblastische, fibroblastische und osteoblastische Osteosarkome unterteilen.
Ein solcher Tumor kann zwar prinzipiell an jedem Knochen auftreten, am häufigsten betroffen sind jedoch die gelenknahen Abschnitte der langen Röhrenknochen. Zum Beispiel die Oberschenkel-Knochen oberhalb des Kniegelenks. Etwas seltener entwickeln sich Osteosarkome im Bereich von Schienbein- und Oberarm-Knochen.
Diese Knochenkrebsart tritt, wie gesagt, selten auf: Etwa zwei bis drei Personen pro eine Million Einwohner erkranken jährlich daran. Besonders betroffen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Beim männlichen Geschlecht kommt diese Tumorart öfter vor. Knochentumore machen rund fünf Prozent aller bösartigen Geschwulste im Kindesalter aus – das Osteosarkom kommt am häufigsten vor.
Die Ursachen sind weitgehend ungeklärt, wobei neben anderen Faktoren eine genetische Veranlagung wohl eine Rolle spielt. Zu den Symptomen, die ein Osteosarkom verursacht, zählen Schmerzen im Bereich des Tumors – also zum Beispiel im Oberschenkel. Manchmal schwillt die Stelle auch an, besonders wenn der Tumor nahe am Gelenk auftritt.
Da die Knochenstruktur durch diesen Krebs stark verändert wird, kann es zu spontanen Knochenbrüchen an der betroffenen Gliedmaße kommen. Diese entstehen ohne adäquate Gewalteinwirkung, also beispielsweise ohne dass der Betroffene stürzt. Allgemeine Krankheitssymptome treten meist erst auf, wenn der Tumor in andere Organe gestreut (metastasiert) hat.
Röntgen-Untersuchungen, Magnet-Resonanz-Tomografie oder Computertomografie sind für die Diagnose von Osteosarkomen von großer Bedeutung. Zusätzlich wird eine Probe des Tumorgewebes entnommen (Biopsie), um die Art des Tumors genau zu ermitteln. Bestimmte Blutwerte können im Zusammenhang mit Osteosarkomen verändert sein.
Die Therapie richtet sich nach der Art und Ausdehnung der Erkrankung. In der Regel behandeln spezialisierte Ärzte die Knochenkrebsart durch eine Kombination aus Chemotherapie und Operation. Insgesamt haben sich die Überlebenschancen in den letzten Jahren deutlich verbessert.
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13.09.2005, aktualisiert am 02.09.2010
Bildnachweis: istock/Linda Marie B.
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